EBIKE-TECHNIK.DE
Biken mit Strom
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Mit dem Ebike auf Reise


Immer eine Handvoll Energie im Akku


Ich muss gestehen, dass meine ersten Touren immer in räumlicher Nähe zum heimischen Abholservice stattfanden. Allzu skeptisch stand ich der neuen Technik in Hinsicht Akkureichweite und technischer Zuverlässigkeit gegenüber.

Erst nach 3.000 km Bike Erfahrung und einer Vielzahl an Messungen und Auswertungen stand Ostern 2015 die erste kleine Reise mit dem ebike an. Wobei ich gestehen muss, auch hier fuhr die Unterstützung in Form von Frau und Kind mit dem Auto vorweg. Wobei vorweg nicht heisst in sichtbarer Nähe, sondern wir haben uns Morgens getrennt und erst abends in den Jugendherbergen wieder gesehen. Trotzdem muss gut geplant werden, was Akkuverbrauch und Werkzeugmitnahme angeht, um nicht unterwegs liegenzubleiben. Geplant waren 300 km in Etappen von 50/50/100/100 km. Die erste Tour nach der Winterpause wollte ich mit 50 km Etappen langsam angehen. Da es Richtung Westen ging war auch das Thema Gegenwind ein wichtiger Aspekt. Gerade 1 Tag vor Abfahrt hatte in Deutschland ein 2 Tagessturm gewütet. Die Ausläufer machten mir teilweise auf der ersten 50 km Etappe mit Gegenwind Stärke 3-4 zu schaffen, der Energieverbrauch stieg von 5 auf 7,5 Wh an.

Planung:


1. technische Defekte:

Bisher haben sich auf den 3.000 km genau 2 Defekte eingestellt, eine verschlissene Kette nach 3.000 km und eine Reihe von Plattfüßen auf den ersten 500 km. Die Kette machte sich bemerkbar durch einen hakelnden Übergang mit regelmäßigem Abspringen von den vorderen Kettenblättern, spätestens nach 2.500 km ggf. vorher sollte sie getauscht werden - aufgrund der hohen Kräfte verschleißt sie früher. Die Plattfüße hörten auf, nach dem die selbstheilenden Schläuche von Michelin Protex MAX eingebaut wurden. (einen original Schlauch nehme ich dennoch immer als Reserve mit)

Als Ergebnis kann man das Focus mit dem BionX System als sehr zuverlässige Technikkombination bezeichnen, technisch bedingte Ausfälle sind als absolut selten zu betrachten, vorausgesetzt er erfolgt eine zuverlässige Wartung und Pflege der Technik.

Anmerkung: Bei dem Focus Jarifa handelt es sich um ein Mountainbike, welches auch von mir so gefahren wird, hohe Durchschnittsgeschwindigkeit im Offroad Bereich und in der Regel beträgt der Offroad Anteil ca. 50 % der Tour.

2. Akkunutzung:

Anders sieht es mit dem Energieverbrauch aus, genau wie bei den Elektroautos ist das Thema Reichweite immer allgegenwärtig.

Nichts ist frustrierender, als das kurz vor dem Ziel der Akku schlapp macht.

Sicherlich kann das Ebike auch ohne Akkuunterstützung gefahren werden, allerdings macht das am Ende einer 70-120 km Tagestour nicht wirklich Spaß.


Folgende Punkte bei der Planung helfen, dass die Tour auch ein Zielerlebnis hat:

  • Wie ist das Höhenprofil gestaltet, viele Höhenmeter fressen Energie.
  • Mit welcher Art von Wind und aus welcher Richtung hab ich zu rechnen ? ( Ebene ohne Wind: Verbrauch ca. 5 Wh/km, mit Ebene mit Gegenwind 2-3: 7 Wh/km)
  • Besteht ggf. unterwegs die Möglichkeit den Akku nachzuladen, ggf. während der Mittagsrast, muss dafür ein Ladegerät mitgenommen werden ?
  • Ggf. können vor der Tour die Codes angepasst werden, speziell die Codes 0007 und 1234 bieten hier Potential.
  • Wie hoch ist meine Abschaltgeschwindigkeit, je höher, desto mehr Energieverbrauch
  • Fahren Sie in Unterstützungsstufe 2 und schalten lieber einmal häufiger.
  • Stadtfahrten mit häufigem Stopp und Go verbrauchen Energie.
  • Nutzen Sie wann immer es geht die Rückladungsfunktion
  • Behalten Sie die Anzeigen im Blick - Ladezustand aber auch das Balkendiagramm
  • reduzieren Sie ggf. Ihre Geschwindigkeit
Im übrigen musste ich bisher noch nie den Abholservice wegen einem leeren Akku oder eines technischen Defektes in Anspruch nehmen - hier habe ich auch meinen Stolz...

3. Stauraum:

Gewicht und Angriffsfläche für den Wind fressen Energie. Um mit dem Bike möglichst hohe Reichweiten zu erzielen sollte diese Punkte beachtet werden - weniger ist da manchmal mehr. Die gerne verwendeten Packtaschen als Front oder Backroller sind Stauraumgiganten aber erhöhen den CW Wert um ein vielfaches.

Ich forciere folgende Gepäckvarianten, die alle in einer optimalen Windwiderstandsline liegen:

1) Lenkertasche
2) kleiner Rucksack
3) Ortliebrollsack längs auf dem Gepäckträger
4) ggf. kleine Rahmentasche

Nicht wirklich viel Stauraum, aber für eine 3-4 Tagesrundreise mit Übernachtungen in Herbergen oder Pensionen völlig ausreichend. Bei jedem Gepäckstück sollte man sich fragen, ob man dieses wirklich benötigt bzw. unterwegs nachkaufen kann.

Viel Spaß auf der Reise...


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